Jährlicher „Fastenlauf“ des Gymnasiums Lohne

Informationen zur Verwendung der Spendengelder

Allgemeine Informationen:

Bereits seit 28 Jahren findet am Gymnasium Lohne jährlich ein traditioneller Spendenlauf in der Fastenzeit statt. Insgesamt ist in diesen Jahren dabei die großartige Summe von knapp 850.000 Euro unter dem sportlichen Einsatz (Laufen, Schwimmen, Freeletics, Yoga) der gesamten Schulgemeinschaft gesammelt worden. Im Jahr 2025 wurde mit 48.280,46 Euro ein neues Rekordergebnis erzielt!

Die Spendengelder werden vor allem an drei feste Projekte in Peru, Kamerun und Honduras mit Unterstützung der Hilfsorganisationen Adveniat, Misereor und der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft e.V. weitergeleitet. Alle drei Projekte sind durch ehemalige Schülerinnen unseres Gymnasiums initiiert worden, die diese Projekte bereits persönlich vor Ort kennengelernt haben und auch heute noch die Kommunikation mit den Verantwortlichen in den jeweiligen Ländern begleiten. In regelmäßigen Abständen erhält das Gymnasium Lohne Berichte, Fotos, Filme, genaue Auflistungen und Nachweise über die Verwendung der Spendengelder. So zeigt sich, dass im Laufe der Jahre mit Hilfe der Spenden des Gymnasiums Lohne vielen Kindern und Jugendlichen bereits eine bessere Gegenwart und Zukunft ermöglicht werden konnte.

Neben den drei Hauptprojekten wurde ein Teil der Spendensumme in den vergangenen Jahren auch zur Unterstützung von Menschen in aktuellen Katastrophenlagen zur Verfügung gestellt, etwa für unsere ukrainische Partnerschule in Kyjiw und für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien.

Vorstellung der Projekte und Verwendung der Spendengelder 2026:

Unterstützung in Yurimaguas (Peru):

Die Spenden des Gymnasiums Lohne werden in einem sehr abgelegenen Gebiet von Peru jedes Jahr zum großen Teil für die Ernährung und Versorgung (u. a. mit Kleidung, Medizinprodukten und Hygieneartikeln etc.) unterernährter und kranker Kinder und Schulkinder mit und ohne Behinderung verwendet. Dabei werden bestehende Heime, Schulen und Zentren in Yurimaguas unterstützt, wie z. B. das Heim „Maria de Nazareth“ für Kinder mit Folgeerscheinungen von Kinderlähmung, Down-Syndrom und anderen lebenseinschränkenden Krankheiten, die dort in Abstimmung mit den weit entfernt liegenden Krankenhäusern zusätzliche medizinische Hilfe erhalten.

Zu nennen ist auch die Unterstützung von Schulbäckereien vor Ort („Frühstücksprojekt“), die den Jugendlichen zugleich eine Ausbildung und sinnvolle Tätigkeit ermöglichen. Ein weiterer Teil der Spenden wird für die Ausbildung von jungen Frauen und Müttern aufgewendet, immer mit dem Ziel, zukünftig den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien eigenständig verdienen zu können.

Unterstützung in Touboro und Ngaoundéré (Kamerun)

In Kamerun wird ein Teil der jährlichen Spendengelder vor allem zur Deckung laufender Kosten (Nahrungsmittel, Schulmaterial, Gehalt für die Lehrer) für eine Schule bzw. ein Internat genutzt, das Kindern und Jugendlichen eine schulische Bildung ermöglicht, die sonst aufgrund der zu großen Entfernung zwischen ihrem Heimatort und der Schule nicht möglich wäre.

Ein weiterer Teil der Spendensumme kommt einem Kinderheim mit über 40 Kindern in allen Altersgruppen zugute (teils Waisenkinder und teils Kinder, deren Eltern die Erziehung und Versorgung aus unterschiedlichen Gründen nicht übernehmen können).

Des Weiteren wurden in den vergangenen Jahren mit den Spenden unseres Gymnasiums neue Schulgebäude und eine Schulküche für die wachsende Anzahl der Schüler des Internats errichtet und Solarplatten installiert, um eine zuverlässige Stromversorgung zu sichern. In den Jahren 2024 und 2025 konnten mit den Spendengeldern Geräte für einen Computerraum für die Schule sowie Videoprojektoren für den Unterricht angeschafft werden.

Sr. Nicole aus Ngaoundéré besuchte unser Gymnasium in den vergangenen Jahren bereits zweimal und berichtete den Schülerinnen und Schülern aus erster Hand von der Situation und unserer Hilfe in Kamerun.

Unterstützung in Honduras

In Honduras, einem der ärmsten Länder Mittelamerikas, in dem zwei Drittel der Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben und jedes vierte Kind unterernährt ist, unterstützen wir jedes Jahr unterschiedliche Projekte der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft. So wurden die Spenden der letzten Jahre beispielsweise zur Finanzierung und Überführung von Containern mit ausrangierten Schulmöbeln aus Deutschland verwendet sowie für die Renovierung des Dachs und der Innendecke in dem Kinderheim „Nutre Hogar“ für unterernährte Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter. Ebenfalls konnte eine Schule in Urraco unterstützt werden, die sehr stark von Überflutungen durch Hurrikans in der Region betroffen war und viele Neuanschaffungen tätigen und Renovierungsarbeiten durchführen musste.

Im Jahr 2024 wurde das Spendengeld für ein Bewässerungssystem mit Regenwasser für ein Schulgartenprojekt einer Schule in Santa Cruz de Yojoa eingesetzt. Durch das Projekt soll bereits Kindern vermittelt werden, wie man eigenes Obst und Gemüse anpflanzen kann, um der Unterernährung entgegenzutreten.

Honduras 1

Im Jahr 2025 konnte mit den Spendengeldern unseres Gymnasiums der Aufbau und die Ausstattung dreier Schulbibliotheken in der Region Trinidad finanziert werden.

Wie wichtig die Spenden des Gymnasiums Lohne für die Menschen in diesen Ländern sind und wie groß die Dankbarkeit der Menschen ist, zeigen beispielhaft Ausschnitte aus Briefen aus Peru und Kamerun [siehe unten] an unsere Schule.

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie durch ein Sponsoring der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lohne unsere jährliche Spendenaktion unterstützen und so Kindern und Jugendlichen in Peru, Kamerun und Honduras zu besseren Lebensumständen und Zukunftschancen verhelfen!

Briefe:

Zunächst ein Ausschnitt aus einem Brief von den Schwestern des Ordens “MISIONEROS DE JESÚS” aus Peru, der das Gymnasium Lohne im Frühjahr 2025 erreichte.

 Yurimaguas, 12/03/2025

Sehr liebe Freunde des Gymnasiums Lohne,

wir melden uns erneut bei Ihnen, um Sie darüber zu informieren, wie das Frühstücksprogramm im vergangenen Jahr 2024 sowie in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 2025 verlaufen ist.

Wie in den vorangegangenen Berichten werden wir die unterstützten Bereiche und die Orte, an denen die erhaltenen Mittel eingesetzt wurden, detailliert aufführen. (…)

Im vergangenen Jahr 2024 sowie im aktuellen Jahr wurde das Programm „Frühstück für Kleinkinder, Kranke und Menschen in Notsituationen“ um den Bereich der Unterstützung für Schulen erweitert, in denen das staatliche Schulspeisungsprogramm QALI WARMA defizitär ist. Diese Hilfe erfolgte gegen Ende des Jahres und wir werden sie auch zu Beginn des Jahres 2025 fortsetzen müssen. Die Gründe hierfür sind folgende: Sicherlich haben Sie aus der weltweit verbreiteten Presse von der Korruption erfahren, in die dieses Land verwickelt ist. Inmitten dieser Korruptionsskandale stand auch das Schulspeisungsprogramm QALI WARMA: Es wurden Konservendosen mit kontaminierten Produkten gefälscht, die an verschiedenen Orten Vergiftungen verursachten. Es gab Todesfälle, und zudem enthielten die Konserven nicht das Produkt, das angegeben war.

Laut Berichten von Food Safety News hat die Regierung praktisch nichts unternommen, um diesen Vorfall zu bestrafen oder die Lage für die armen Kinder in Peru zu verbessern. Aktuell haben die Bewohner das Vertrauen verloren und weigern sich, Konserven der Regierung zu konsumieren oder gar anzunehmen. 

Wir werden unsererseits im Rahmen unserer Möglichkeiten einspringen, um die Schulen – insbesondere für die Kleinsten – zu unterstützen, bis die Regierung eine Lösung findet oder die Produkte, die an die Schulen geliefert werden, austauscht. In diesem Jahr haben wir folgende Bereiche berücksichtigt:

  • Milch
  • andere Lebensmittel: Zucker, Reis, Eier
  • Hygieneartikel
  • Medikamente
  • Schulmaterial
  • Nähmaterial (Grundausstattung)
  • Unterstützung für das Heim für behinderte Kinder (Instandhaltung, Milch und Lebensmittel)

Die betreuten Bevölkerungsgruppen waren:

  • Heim für behinderte Kinder in Yurimaguas
  • Ortschaft San Gabriel (S.G.) Varadero und Umgebung
  • Balsapuerto und Umgebung
  • Kinder in Yurimaguas, die in Armut leben

Neben der Abgabe von Medikamenten an chronisch Kranke, der Verteilung von Lebensmitteln an Unterernährte und der Hilfe für das Heim wurde auch der Fortbestand der Schulbäckerei sichergestellt. In diesem Jahr, von Mai bis Dezember, wird der Ofen in Varadero erneuert; er ist aus einfachem Material gebaut, nutzt sich schnell ab und muss daher repariert werden.

Es bereitet eine unglaubliche Freude zu sehen, wie die Kleinen dank der Unterstützung mit Milch herangewachsen sind, und diese Momente mit ihren Müttern, Großmüttern und Tanten, die sie betreuen, zu teilen.

Deshalb ein herzliches Danke – danke an alle, die uns so sehr helfen. Die Kinder wachsen zu sehen und das Glück der Mütter zu erleben, erfüllt auch uns Missionare mit großer Freude.

Das geteilte Brot erfreut die Herzen aller.

Zudem wollten wir in diesem Jahr Jugendliche und junge Mütter unterstützen, indem wir ihnen Nähmaterial zur Verfügung gestellt haben. So können sie sich ein eigenes Einkommen erwirtschaften und sind nicht mehr von ihren Eltern oder Partnern abhängig. Wir glauben, dass dies ein schönes Projekt war, und haben viel Freude in den Familien gesehen.

Liebe Freunde und Geschwister, ich schließe diesen Bericht mit tiefer Dankbarkeit euch allen gegenüber. Wie ich immer sage: Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viele Menschen eure Hilfe erreicht! Ihr ahnt nicht, wie vielen Kleinen ihr buchstäblich das Leben rettet und wie vielen Kranken ein Lächeln geschenkt wird, wenn ihre Medikamente eintreffen und den Schmerz lindern!

Danke, tausend Dank an euch alle. Von hier aus – eurem Zuhause, in dem ihr jederzeit willkommen seid – sende ich euch eine herzliche Umarmung; auch im Namen der Missionare, die sich mit den Kindern freuen, und im Namen all jener, die euer Brot und eure Zuneigung empfangen.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen.

Mit herzlichen Grüßen,

Maria del Carmen Figueroa

Verantwortlich für das Programm „Gymnasium Lohne“

 

 

Der nachfolgende Brief stammt von Sr. Nicole aus Kamerun, der im September 2025 geschrieben wurde:

Sr. Nicole Oswald

Heim Heilige Schutzengel

Ngaoundéré – Kamerun

An alle unsere lieben Freunde in Lohne, Schülerinnen, Schüler und Betreuer,

Liebe Freunde,

wieder einmal schreibe ich euch mit großer Freude und tiefer Rührung, um euch unsere ganze Dankbarkeit auszudrücken. Seit vielen Jahren schon steht ihr an der Seite unserer Kinder und unserer Gemeinschaft, und eure treue Großzügigkeit ist für uns ein sichtbares Zeichen der Liebe Gottes.

Jede eurer Gesten, jeder Einsatz, jedes Opfer und jede Tat der Solidarität, die ihr seit so langer Zeit für die ärmsten Kinder erbringt, berührt uns zutiefst und ermutigt uns. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr eure Unterstützung das Leben der Kinder, die wir aufnehmen, ganz konkret verändert. Für uns seid ihr wie unsichtbare Schutzengel, die immer da sind.

Ich hatte auch das große Glück und die Freude, zweimal eure schöne Stadt Lohne und euer wunderbares Gymnasium zu besuchen. Der herzliche, brüderliche und schlichte Empfang, den ihr mir jedes Mal bereitet habt, bleibt tief in meinem Herzen eingeschrieben. Ich bewahre diese Erinnerung wie ein Licht, das mich in meiner täglichen Mission begleitet. Wie könnte ich euch genug danken für so viel Zuwendung? Und wie erst für all die Mühe und die Opfer, die ihr Jahr für Jahr für unsere Kinder bringt?

Dank eurer Ausdauer und eurer Großzügigkeit konnten wir eure Hilfe ganz konkret in unsere Schule investieren. Und ich kann euch versichern: die Früchte sind sichtbar! Wir konnten unsere Klassen mit Videoprojektoren ausstatten und so eine moderne und interaktive Pädagogik einführen. Für euch in Deutschland ist dies schon ganz selbstverständlich, doch hier in Kamerun sind wir die einzige Schule in der Stadt, die auf diese Weise unterrichtet. Es ist eine wahre pädagogische Revolution, die unsere Einrichtung zu einer Referenzschule macht. Lehrer, Kinder und Familien sind begeistert. Im vergangenen Jahr konnten wir auf diese Weise die Abschlussklasse der Grundschule (CM2) und auch den Kindergarten digitalisieren.

Für dieses neue Jahr möchten wir noch einen Schritt weitergehen. Unser Projekt ist es, unserer Schule ein neues Gesicht, eine neue Jugend zu schenken. Lange Zeit habe ich mich mehr auf die Qualität des Unterrichts als auf das äußere Erscheinungsbild konzentriert. Heute sieht unsere Schule leider wie eine alte Dame aus, die ein wenig vernachlässigt wurde und der es an Pflege fehlt. Die Wände sind stumpf, die Klassenzimmer sehr schmutzig, und das widerspricht der Würde unserer Erziehungsaufgabe. Deshalb möchten wir mit eurer Unterstützung Renovierungsarbeiten beginnen und unserer Schule ihre ursprüngliche Frische zurückgeben. Wir planen, diese Arbeiten während der Weihnachtsferien durchzuführen, damit der nächste Schulbeginn in einem erneuerten, sauberen und einladenden Rahmen stattfinden kann. Anbei sende ich euch Fotos, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt.

Ich freue mich auch, euch eine große Verbesserung in unserer Kommunikation mitteilen zu können: Dank unseres Informatikers und der künstlichen Intelligenz, die seit diesem Jahr auch in Kamerun zugänglich ist, kann ich diesen Brief nun leicht in eure Sprache übersetzen. So kann ich euch näher sein, trotz der Distanz, und unser wertvolles Band noch mehr pflegen.

Neben der Schule bleibt auch unsere Mission im Waisenhaus anspruchsvoll und bewegend. Wir nehmen weiterhin viele Kinder in großer Not auf:

  • Waisenkinder, vor allem Halbwaisen ohne Mutter,
  • verlassene Kinder, die wir glücklicherweise oft in liebevolle Adoptivfamilien vermitteln können, die ihnen eine bessere Zukunft schenken,
  • misshandelte Kinder, die die tiefsten und dauerhaftesten Wunden in sich tragen,
  • und schließlich Kinder aus sehr armen Familien, deren Alltag von Unsicherheit und Mangel geprägt ist.

Diese Realitäten kennt ihr bereits, da ich bei meinen beiden Besuchen ausführlich darüber sprechen konnte. Aber ich kann nicht umhin, sie noch einmal zu erwähnen, denn sie sind das Herz unserer Mission. In jedem dieser Kinder offenbart sich uns das leidende Gesicht Christi. Und durch jede eurer Gesten zeigt sich seine Zärtlichkeit für sie. Deshalb sage ich euch noch einmal mit Nachdruck: Vergesst niemals, Gott dafür zu danken, dass er euch eine liebende und stabile Familie geschenkt hat. Das ist ein Schatz, den viele Kinder leider nicht kennen.

Liebe Freunde, ich beende diesen Brief mit einem Herzen voller Dankbarkeit und Hoffnung. Eure Treue an unserer Seite gibt uns Mut und erinnert uns daran, dass die Liebe stärker ist als jede Prüfung. Ich hoffe, so Gott will, eines Tages wieder zu euch nach Lohne kommen zu können, um euch von Angesicht zu Angesicht meine ganze Zuneigung und Dankbarkeit auszusprechen.

Möge der Herr euch segnen und in seinem Frieden bewahren. Und an die Schülerinnen und Schüler, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten: Wir begleiten euch täglich mit unseren Gebeten. Ihr seid in unserer Kapelle stets gegenwärtig – mit Vertrauen und Zuneigung.

 

In brüderlicher Verbundenheit,

N’Gaoundéré, à’

Schwester Nicole Oswald

Waisenhaus Heilige Schutzengel

Ngaoundéré – Kamerun